MotorShow: C-Rekord

Einen großen Teil meiner Jugend verbrachte ich in einem Auto: dem 65er Mercedes von Simon. Diese Zeit in Kombination mit diversen filmischen Impulsen und der Tatsache in der Autostadt Rüsselsheim aufzuwachsen, bestimmten meine automobile Entwicklung.
Hiermit starte ich eine neue Serie, die sich ausschließlich mit den von mir besessenen Fahrzeugen beschäftig. Das verspricht mindestens zehn Beiträge – so viele Autos waren nämlich bisher in meinem Besitz. Die allermeisten davon haben mich tagtäglich von A nach B bewegt. Zweitwagen hatte ich eigentlich nie. Bei den Meisten fällt mir spontan alles ein, bei den anderen dürfte es schwer werden die entsprechende Geschichte zusammenzubekommen.
Das alles nahm seinen Lauf, als mir klar wurde ein irgendwie altes Auto fahren zu wollen. Das war lange vor meinem Führerschein. Und so kam es auch, dass ich mein erstes Auto vor der Fahrerlaubnis besessen haben. Ich hatte ja keine Ahnung woher man ein solches Auto bekommen sollte. Einzige Zeitschrift war die Oldtimermarkt – und in der ging es eher um britische Roadster oder exotische Oldtimer, als um für mich erschwingliche Butter-und-Brot-Autos. Zu meinem Glück stellte mir jemand den Kontakt zu einem völlig wahnsinnigen Schrauber her, der bis heute sein ganzes Geld für vornehmlich schnelles Altmetall ausgibt. Michi hatte damals schon eine Hinterhof-Lackiererei und jede Menge alte Karren besessen. Er fuhr zu einer Zeit Beschleunigungsrennen mit Muscelcars, als diese Art des Motorsports hierzulande keine Sau interessiert hat. Das was damals von den ganzen verkappten Ingenieuren als primitives Geradeausfahren betrachtet wurde, bestritt er mit seinem Bruder im 500 PS Mopar. Ohne die ganze heute vorhandene Infrastruktur. Überhaupt war diese noch nicht annähernd so entwickelt, wie das heute der Fall ist. Mittlerweile ist Oldtimerfahren ja gar kein Problem mehr – und sogar angesagt. Damals war das noch anders. Und die Autos günstig. So habe ich mir für knapp 3000 D-Mark einen 69er Opel Rekord C-L Zweitürer mit 1900er “SH-Motor” und Automatikgetriebe gekauft. Der Wagen war aus zweiter Hand, und absolut komplett und original.

Ein paar Dinge gab es noch zu machen – viel war es aber nicht. Da ich keinerlei Ahnung, keinen jetzt-helfe-ich-mir-selbst-Vater und kein Werkzeug hatte, nahm mich Michi unter seine Fittiche und ließ mich in seiner Werkstatt schrauben. Ich half ihm wenn ich konnte bei Arbeiten an anderen Autos und lernte so einiges dazu. Die Strecke zwischen der Halle und dem Haus meiner Eltern (in dem ich damals ja noch wohnte) beträgt ca. 7 Kilometer, die ich fast täglich mit dem Fahrrad abspulte. Selbst als mein Wagen eines Tages geprüft und bereit zur Anmeldung war, fuhr ich trotzdem rüber; einfach um an irgend etwas werkeln zu können. So dürfte ich alte Motorradtanks zum Lackieren vorbereiten, beim schweißen an alten Porsche helfen … oder einfach nur in der Halle rumhängen. Diese darf man sich übrigens nicht als “Autowerkstatt” vorstellen. Eher als dunkle, tunnelartige Höhle mit so niedriger Decke, dass es keine Hebebühne gab. Da drin wurde vom vorbereiten, über schweißen und lackieren alles gemacht. Fast ausschließlich an Fahrzeugen vor Baujahr 70.
An meinem Geburtstag holte ich morgens meinen Führerschein ab – und bin im Schneesturm nach Saarbrücken gefahren. Ich glaube meine Familie hat damals schon fest mit meinem Ableben gerechnet, aber ich habs geschafft. Auch ohne Instrumentenbeleuchtung und Blinker – das Relais ist mir damals direkt durchgeschmort. Alles in Allem war diese Fahrt trotzdem der Horror. Obwohl ich glaube, dass mich damit mental darauf eingestellt habe, was so später noch in meinem automobilen Leben passieren könnte. Und passiert ist.
In dem Auto habe ich auf den Rücksitz gekotzt bekommen, hab ihn einmal in den Graben gesetzt als er nicht mehr mir gehörte und mittlerweile gehört er einer meiner besten Freundinnen. Ansonsten war dieses Auto der perfekte Einstieg – besonders viel habe ich mit ihm aber gar nicht erlebt.
Was danach kam hat schon wesentlich mehr Spaß gemacht, auch wenn ich ihn nicht oft gefahren bin: mein 66er Mustang Fastback.



Am 21. Mai 2008 um 00:10 Uhr
Bin ich blöd? In dem bin ich nicht mitgefahren, oder? Doch! Die Fahrt über Mainz und so ins Octan mit Black Eyed Peas und so - das war doch der, oder? Sorry, bin betrunken.
Am 21. Mai 2008 um 09:26 Uhr
Dienstagabend kann man ja mal betrunken sein
Nein, das verwechselst du. Das war ein Commodore …
Am 21. Mai 2008 um 10:52 Uhr
Die sehen sich aber auch ähnlich …
Am 21. Mai 2008 um 11:04 Uhr
Quatsch
Naja, immerhin war der Commodore rot mit schwarzem Vinyldach und schwarzer Austattung. Du hast dich damals drüber lustig gemacht, das Opel Reihensechser und keine V6 wie wie Kölner verbaut haben. Weiß ich noch genau, weil ich Reihensechser viel besser finde 
Am 21. Mai 2008 um 11:55 Uhr
Ach ja, die Nähmaschine … ich erinner mich. Ich bin aber auch V6-verwöhnt. Aber was weiß ich schon!? Ich bin ja seit fünf Jahren Fußgänger.
Am 21. Mai 2008 um 12:24 Uhr
Ob straight oder v ist mir jetzt gerade eh wurscht. Boxer ist angesagt!
Am 26. Mai 2008 um 09:13 Uhr
Ahhhh C-Rekord. Schönes Fahrzeug. Ist der noch im Einsatz?
Am 26. Mai 2008 um 09:25 Uhr
Hey Carsten,
Ja. Den fährt jetzt eine Freundin von mir. Wenn du also ab und an mal an der Strandbar bist … da dürfte er öfters mal rumstehen.
Am 27. Mai 2008 um 11:50 Uhr
pfff, dass du die kotzgeschichte aber auch immer wieder auspacken musst. der arme kerl, dem dieses malheur passiert ist
also nicht, dass ich ihn kennen würde…
Am 28. Mai 2008 um 10:37 Uhr
aahhhh, dunkelgrüner neid rollt über mein haupt…