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drupa 08

Es war ziemlich anstrengend. Der Wecker hat um 5:00 Uhr geklingelt – und um 5:00 kam ich wieder nach hause. Dazwischen lagen zwei längere Fahrten auf der Autobahn, 7 Stunde Messemarathon, Essen in Düsseldorf mit anschließend Karaoke in der Altstadt.

Ich und Karaoke. Is kla. Und überhaupt: Partymusik. Geht gar nicht. Deswegen habe ich mir auf der Rückfahrt dann auch die Dosis One Night with Kosheen DJs so laut verabreicht, dass man mich wahrscheinlich schon bei der Abfahrt in Offenbach gehört hat. Als Gegengift. Nicht, dass etwas von der Musik in meinem Kopf hängen bleibt …

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Trotz allem Wind der innerhalb der Kreativen-Szene gemacht wurde, war die drupa 08 meiner bescheidenen Meinung nach, nicht so super spannend für den Gestalter. Klar, die Ausstellung des TDCs in Halle 4 war sehr schön anzusehen. Und alle interessanten Papierhersteller auf einem Haufen ist auch ganz inspirierend. Aber jeder, der sich mit Veredelungen von Druckerzeugnissen, Buchbinderkunst, Verpackungsdesign und Ähnlichem beschäftigt, bekommt wenig bis gar nichts neues gezeigt. Ebenso verhält es sich bei Druckmaschinen. Der Bereich ist eben schon hochentwickelt, mehr geht fast nicht mehr. Die neuen Heidelbergers sehen dafür fantastisch aus: Kein Wunder also, dass die Großformat-Maschinen den reddot design award gewonnen haben. Sie sehen auch wirklich gut aus.

Schwerpunkte hatte ich mir beim Thema Veredelung und Papier gelegt, aber Adobe wollte ich auch mal besuchen. Auf dem Weg dorthin bin ich über den Quark-Stand gestolpert. Entweder sind die Marktanteile von ID doch nicht so groß wie immer behauptet, oder die Macher der 1987 erstmals veröffentlichten Layoutprogramm sind einfach unermüdlich. Ehrlich gesagt ist es mir total entgangen, dass auf der drupa die Version 8 vorgestellt wurde. So war es eher ein Zufall, dass ich mir die neuen Features überhaupt mal angesehen habe. Zur Vorstellung der 7er Version war ich noch eingeladen, aber mittlerweile dürfte sich rumgesprochen haben, dass ich kein Freund von QuarkXPress bin. Die neuen Features sind meiner Meinung nach wieder nur ein stummer Schrei nach Liebe: Man kann jetzt native Illustrator-Dateien öffnen und sogar bearbeiten. Innovativ … nein.

Thema der Messe: Web-to-Print. Klar. Eigentlich hatte ich mir dazu mehr vorgenommen, aber ich habs nur geschafft mir mal ein paar bestehende Software-Lösungen anzusehen. Mich interessiert besonders wie sich das Thema für die Agenturen nutzen lässt. So richtig rein in die Materie kam ich mangels Zeit leider nicht, und irgendwie erinnert mich das ganze Bohei um darum an das Aufkommen von CMS. Überhaupt sehe ich da viele Parallelen. Beispiel: Bei CMS waren sich die Agenturen anfangs auch unsicher, ob es gut ist dem Kunden soviel Macht zu geben. CMS galt als das absolute Gegenteil von Kundenbindung – genau wie WtP jetzt auch sehr kritisch beurteilt wird. Es ist schon ein bisschen verdächtig, dass in erster Linie die Druckbranche darüber spricht. Ob die Agenturen hier ein bisschen schlafen?

An die 30 Visitenkarten habe ich getauscht – und hoffe jetzt das ein oder andere Sortenmuster zu bekommen. Endlich habe ich mal einen Blick auf die verschiedenen Produkte von Wickels werfen können. Der gesamte Auftritt hat mich anfangs etwas verstört – so richtig hochwertig ist dieser leider nicht (ebensowenig die Website), aber die Prägungen sind einfach schön. Und das sich trotz der biederen Eigendarstellung hochwertige Sachen mit den Produkten verwirklichen lassen, hat beispielsweise die Novum schon zweimal vorgemacht.

Weitere Highlights waren die unglaublich unfreundlichen Mitarbeiter des Messepersonals an den Info-Schaltern und die ferngesteuerten Displays, die auf den Freifläche rumgefahren und besonders gerne in Gruppen von Asiaten gesteuert wurden, die dann total geil rumgesprungen sind. Da hätte ich Stunden zusehen können.

Düsseldorf ist übrigens eine schöne Stadt, mit der ich ein paar Dinge emotional verbinde – so wurde ich auf der Rückfahrt tatsächlich ein bisschen melancholisch. Und ich wechselte von Kosheen DJs zu Robert Johnson. Wie kitschig.

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